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Kaufberatung · Kühlleistung

Wie viel BTU brauche ich? Kühlleistung und Raumgröße berechnen

Die häufigste Fehlentscheidung beim Kauf einer mobilen Klimaanlage fällt vor dem Vergleich: Das Gerät ist für den Raum zu klein – oder zu groß. Diese Seite zeigt die Rechnung dahinter, statt eine Tabelle ohne Herleitung abzudrucken.

✍️ Redaktion Mobile Klimaanlage Ratgeber ⏱ Lesezeit: 6 Min
Mobiles Klimagerät in einem Wohnraum, daneben ein Maßband zur Bestimmung der Raumgröße

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • 1.000 BTU/h entsprechen rund 293 W. 9.000 BTU/h sind also etwa 2,6 kW Kühlleistung.
  • Als Ausgangswert für einen normal gedämmten Wohnraum gelten 60 W je Quadratmeter.
  • Dachgeschoss, große Fensterflächen nach Süden und Technik im Raum erhöhen den Bedarf deutlich – bis auf 100 W je Quadratmeter und mehr.
  • Ein zu großes Gerät kühlt nicht besser: Es schaltet häufiger ab und ein, entfeuchtet schlechter und kostet mehr in Anschaffung und Betrieb.
  • Ein mobiles Klimagerät kühlt einen Raum. Für die ganze Wohnung ist diese Geräteklasse nicht ausgelegt.

BTU, Watt und Kilowatt: wie viel BTU für welchen Raum?

Auf der Verpackung steht eine große Zahl: 7.000, 9.000, manchmal 14.000. Gemeint sind BTU je Stunde – eine angelsächsische Energieeinheit, die sich im Handel gehalten hat, weil sie größere Zahlen liefert als die Angabe in Kilowatt. Beide beschreiben dieselbe Kälteleistung.

Die Umrechnung ist eine Multiplikation: 1 BTU/h entspricht 0,293 W. Wer BTU in Watt umrechnen will, multipliziert mit 0,293; wer die Zahl vom Karton durch 3.412 teilt, erhält die Leistung in Kilowatt.

MarktangabeKühlleistungAusgelegt für etwa
5.000 BTU/h1,5 kW10 bis 14 m²
7.000 BTU/h2,1 kW16 bis 22 m²
9.000 BTU/h2,6 kW20 bis 28 m²
12.000 BTU/h3,5 kW28 bis 38 m²
14.000 BTU/h4,1 kW34 bis 45 m²

Die dritte Spalte ist eine grobe Faustregel der Hersteller für einen durchschnittlichen Raum – keine Rechengrundlage, auf die zusätzlich Zuschläge kommen. Die genauere Rechnung mit Grundfläche, Dämmung und Zuschlägen steht im nächsten Abschnitt und kann je nach Raum zu einem kleineren oder größeren Ergebnis führen als die Tabelle hier.

Die Rechnung: von Quadratmetern zur Kühlleistung

Eine verbreitete Faustregel rechnet mit 60 W je Quadratmeter Grundbedarf. Für einen Raum mit 20 m² sind das 1.200 W, also 1,2 kW – deutlich weniger, als die Geräte im Handel bieten. Der Grund: Die 60 W decken nur die Grundlast. Dazu kommen Zuschläge, und die entscheiden.

EinflussgrößeZuschlagWarum
Dachgeschoss unter dem Dach+ 30 bis 50 %Die Dachfläche heizt sich auf und gibt die Wärme nach innen ab
Große Fensterflächen nach Süden oder Westen+ 20 bis 40 %Direkte Sonneneinstrahlung wirkt wie eine zusätzliche Heizung
Altbau mit schlechter Dämmung+ 20 %Wärme dringt über Wände und Fenster nach
Je Person im Raum+ rund 100 WKörperwärme, dauerhaft
Rechner, Bildschirme, Serverschrank+ Leistungsaufnahme der GeräteJedes Watt, das hineingeht, kommt als Wärme heraus
Raumhöhe über 2,60 m+ 10 bis 20 %Mehr Luftvolumen bei gleicher Grundfläche

Zwei Beispiele machen den Unterschied deutlich. Ein Wohnzimmer mit 30 m² im ersten Stock, gut gedämmt, Fenster nach Norden: 30 mal 60 W ergibt 1,8 kW Grundbedarf, plus 200 W für zwei Personen – macht rund 2,0 kW. Das ist deutlich weniger, als die Tabelle oben für einen 30-m²-Raum vermuten lässt, weil gute Dämmung und Nordausrichtung hier ohne Zuschlag bleiben: Ein Gerät mit rund 2,1 kW (7.000 BTU/h) deckt den Bedarf. Dasselbe Zimmer nach Süden, mit bodentiefen Fenstern, bekommt den Fensterzuschlag von 40 % obendrauf: 1,8 kW mal 1,4 plus 200 W für die Personen landet bei rund 2,7 kW – hier braucht es schon die nächstgrößere Geräteklasse.

Ein zweites Beispiel: 25 m² im Dachgeschoss, ein großes Fenster nach Westen, zwei Personen und ein Arbeitsplatz mit Rechner und Monitor. Grundbedarf 1.500 W, plus 40 % für das Dach, plus 30 % für die Fensterfläche, plus 200 W für die Personen und rund 200 W für die Technik – zusammen etwa 2,9 kW. Ein Gerät mit 7.000 BTU/h wäre hier zu klein.

Zu groß gekauft ist auch ein Fehlkauf

Die Versuchung ist groß, im Zweifel eine Nummer größer zu nehmen. Das geht in dieser Geräteklasse nach hinten los. Ein überdimensioniertes Gerät erreicht die Zieltemperatur schnell, schaltet den Verdichter ab und nach kurzer Zeit wieder ein. Dieses Takten hat drei Folgen:

  • Schlechtere Entfeuchtung – Luft wird nur getrocknet, solange der Verdampfer kalt ist. Kurze Laufphasen entziehen der Luft kaum Feuchtigkeit, und feuchte Luft bei 24 °C fühlt sich wärmer an als trockene.
  • Mehr Lärm – jedes Anlaufen des Verdichters ist der lauteste Moment im Betrieb. Häufiges Takten heißt: häufiger dieser Moment.
  • Höhere Kosten – in der Anschaffung ohnehin, im Betrieb durch die Anlaufströme.

Umgekehrt gilt: Ein zu kleines Gerät läuft dauerhaft auf voller Leistung, erreicht die Zieltemperatur nie und verbraucht dabei durchgehend Strom. Beide Fehler kosten Geld, der zweite kostet zusätzlich das Ergebnis.

Worauf Sie außerdem achten sollten

Die Kühlleistung ist die erste Entscheidung, aber nicht die einzige. Sechs Punkte entscheiden darüber, ob ein Gerät im Alltag zufriedenstellt:

  1. Geräuschpegel in dB(A). Steht die Zahl nicht im Datenblatt, ist das ein Warnzeichen. Für das Schlafzimmer zählt der Wert im Nachtmodus, nicht der auf der Verpackung. Mehr dazu unter leise mobile Klimageräte.
  2. Energieeffizienzklasse und EER. Der EER-Wert ist das Verhältnis von Kälteleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung. Was das für die Stromrechnung bedeutet, steht im Ratgeber zum Stromverbrauch.
  3. Fensterabdichtung im Lieferumfang. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das mitgelieferte Set zu Ihrem Fenstertyp passt – Dreh-Kipp, Schiebefenster und Dachfenster brauchen verschiedene Lösungen. Der Ratgeber zum Abluftschlauch geht die Fälle durch.
  4. Umgang mit Kondenswasser. Geräte mit Selbstverdunstung führen das Wasser über den Abluftschlauch ab. Ohne diese Funktion steht bei hoher Luftfeuchtigkeit regelmäßiges Entleeren an.
  5. Gewicht und Rollen. Ein Gerät mit 30 kg ist kein Möbelstück, das man täglich umstellt. Wer zwischen Wohnzimmer und Schlafzimmer wechseln will, sollte auf Gewicht, Rollen und Griffe achten – und daran denken, dass die Fensterabdichtung mitwandern muss.
  6. Kältemittel. R290 (Propan) hat ein sehr geringes Treibhauspotenzial und ist bei aktuellen Geräten der Standard. Die Füllmenge ist klein; Hersteller geben dafür eine Mindestraumgröße an, die im Datenblatt steht.

Der richtige Zeitpunkt

Die Nachfrage in dieser Produktklasse folgt dem Wetter. Von Juni bis August steigen Preise und Lieferzeiten spürbar, im September fallen die Preise wieder, und zwischen November und Februar sind die Modelle des Vorjahres am günstigsten. Wer plant, kauft im Frühjahr oder im Spätsommer – nicht während der ersten Hitzewelle.

Das ist ein Sachverhalt, kein Grund zur Eile: Ein Gerät, das zum Raum passt, ist im September dieselbe gute Entscheidung wie im Juli.

Passende Geräte aus unserem Vergleich

Vier Leistungsklassen, vier Beispiele aus dem Vergleich, von der kleinsten bis zur größten – als Einstieg in den vollständigen Vergleich. Die beiden durchgerechneten Beispiele oben landen bei rund 2,0 bzw. 2,7 bis 2,9 kW; das zweite und dritte Gerät hier decken genau diesen Bereich ab. Für die größte Klasse gibt es dabei keine vorbehaltlose Empfehlung: Das zuletzt gezeigte Gerät liegt auf dem letzten Platz unseres Vergleichs – in den Teilnoten Lautstärke und Handhabung gehört es zu den beiden schwächsten Geräten des Felds, und Amazon weist eine Lieferzeit von 6 bis 7 Monaten aus. Details dazu in der Einschätzung des Geräts.

CREATE SILKAIR 5000 Mobile Klimaanlage, 3-in-1, 5000 BTU
1,5 kW KÜHLLEISTUNG · BÜRO

CREATE SILKAIR 5000 Mobile Klimaanlage, 3-in-1, 5000 BTU

BEWERTUNG 1,8

Kompaktes 3-in-1-Klimagerät mit 1,5 kW (5.000 BTU/h) für Räume bis 12 m², inklusive Fensterabdichtung für Schiebefenster und Nachtmodus.

DREO Klimaanlage Mobil, 7.500 BTU Mobiles Klimagerät für Schlafzimmer & Büro, AC318S Empfehlung
2,2 kW KÜHLLEISTUNG · SCHLAFZIMMER + BÜRO

DREO Klimaanlage Mobil, 7.500 BTU Mobiles Klimagerät für Schlafzimmer & Büro, AC318S

BEWERTUNG 1,3

Monoblock mit 2,2 kW (7.500 BTU/h) für Schlafzimmer und Büro, mit App-/Sprachsteuerung, drainagefreiem System und Fensterabdichtung.

DREO Klimaanlage Mobil, 10.000 BTU Tragbares Klimagerät für Schlafzimmer, AC515S
2,9 kW KÜHLLEISTUNG · WOHNRAUM + DACHGESCHOSS

DREO Klimaanlage Mobil, 10.000 BTU Tragbares Klimagerät für Schlafzimmer, AC515S

BEWERTUNG 2,2

Monoblock mit 2,9 kW (10.000 BTU/h) für Wohnräume und Dachgeschoss, mit App-/Sprachsteuerung, drainagefreiem System und Geräuschisolierung um den Kompressor.

SereneLife Mobile Klimaanlage 4,1 kW 14000 BTU – Kleine Klimaanlage für Zimmer bis 46 m²
4,1 kW KÜHLLEISTUNG · WOHNRAUM + DACHGESCHOSS

SereneLife Mobile Klimaanlage 4,1 kW 14000 BTU – Kleine Klimaanlage für Zimmer bis 46 m²

BEWERTUNG 2,5

Monoblock, laut Datenblatt 4,1 kW (14.000 BTU/h), beworben für Räume bis 46 m² – ein Marketing-Bulletpoint nennt daneben 10.200 BTU/h (DOE), das Datenblatt selbst für die Fläche 35 m² –, mit Selbstverdunstung, Entfeuchter, Timer und Bedienung per Fernbedienung.

⚠ Letzter Platz in unserem Vergleich – Details in der Einschätzung

Häufige Fehler beim Kauf

  • Nur auf die BTU-Angabe schauen und den Geräuschpegel übergehen – im Schlafzimmer ist das der Wert, der über die Nutzung entscheidet.
  • Die Herstellerangabe „für Räume bis X m²“ ungeprüft übernehmen. Sie gilt für einen gut gedämmten Standardraum, nicht für ein Dachgeschoss im August.
  • Die Fensterabdichtung als Zubehör betrachten. Ohne sie strömt warme Luft zurück, und ein Teil der bezahlten Kühlleistung geht verloren.
  • Ein Gerät für die ganze Wohnung kaufen. Mobile Klimageräte kühlen den Raum, in dem sie stehen – bei offener Tür verteilt sich die Kälte, und die Zieltemperatur wird nie erreicht.
  • Auf „ohne Abluftschlauch“ hereinfallen. Was ohne Schlauch auskommt, ist ein Luftkühler und keine Klimaanlage; der Unterschied steht in den Bauarten.

Fazit

Rechnen Sie vor dem Vergleich: Grundfläche mal 60 W, dazu die Zuschläge für Dach, Fensterfläche, Personen und Technik. Das Ergebnis in Kilowatt ist die Spalte, nach der sich unsere Vergleichstabelle sortieren lässt. Erst danach lohnt der Blick auf Lautstärke, Energieeffizienzklasse und Ausstattung – ein leises Gerät, das den Raum nicht kühlt, hilft ebenso wenig wie ein starkes, das nachts niemand laufen lässt.